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NEWSLETTERAusgabe · 5 Minuten Lesezeit

Die Anzeige steht unter der Antwort. Ihr Name muss darin stehen.

Ausgabe 1: Werbung in ChatGPT, 37 Prozent wöchentliche KI-Nutzer in Deutschland, ein Prompt zum Selbsttest und ein Hebel, der 20 Minuten dauert.

Henning HartmannJonas Schneider
Henning Hartmann und Jonas SchneiderGründer von Sichtlabs · Versandt am 15.10.2026

Guten Morgen,

das ist die erste Ausgabe des Sichtlabs Newsletters. Einmal im Monat, fünf Minuten, und jedes Mal mit mindestens einer Sache, die Sie heute noch ausprobieren können. Keine Linkliste, keine Pressemitteilungen. Nur das, was sich in der KI-Suche wirklich bewegt hat, und was es für ein Unternehmen im Mittelstand bedeutet.

Los geht's.

37 %der Deutschen nutzen KI-Tools wie ChatGPT inzwischen jede Woche. Vor einem Jahr waren es 22 Prozent. ARD/ZDF-Medienstudie 2026

Die Zahl des Monats: 37 Prozent

Plus 15 Punkte in zwölf Monaten. Das ist kein Early-Adopter-Phänomen mehr, das ist Alltag. Bei den unter 30-Jährigen liegt die wöchentliche Nutzung bei gut zwei Dritteln, und laut Bitkom nutzen 78 Prozent der 30- bis 49-Jährigen KI zumindest gelegentlich. Das ist genau die Altersgruppe, in der Ihre Einkäufer, Bauleiter und Geschäftsführer sitzen.

Was das für Sie heißt: Die Frage „Fragen unsere Kunden überhaupt eine KI?“ ist beantwortet. Die offene Frage ist, was die KI antwortet, wenn sie es tun.

Was passiert ist

1. ChatGPT zeigt jetzt Werbung, auch in Deutschland

Seit Ende August laufen Anzeigen in ChatGPT, seit dem 31. August lassen sie sich im OpenAI Ads Manager selbst buchen, ab 15 Euro am Tag. Wichtig sind drei Details, die in den meisten Meldungen fehlen: Die Anzeige erscheint unter der Antwort, nie darin. Sie wird nur Nutzern der kostenlosen Version und des Go-Tarifs gezeigt, wer über die Firma einen Business-Account hat, sieht keine. Und es gibt keine Keywords, sondern „Context Hints“: Sätze, die Ihr Angebot beschreiben, zu denen ChatGPT passende Gespräche sucht.

Warum das zählt: Für B2B ändert sich durch die Anzeigen fast nichts. Die Empfehlung in der Antwort bleibt organisch, und die Entscheider mit Firmen-Account bekommen ohnehin keine Werbung zu sehen. Wer dort genannt werden will, muss es sich verdienen.

Was Sie tun können: Prüfen Sie, ob Ihre robots.txt KI-Crawler pauschal aussperrt. OpenAI verlangt für Anzeigen, dass OAI-AdsBot und OAI-SearchBot die Zielseite lesen dürfen. Dieselbe Sperre verhindert aber auch, dass ChatGPT Sie organisch findet. Ein Blick in die Datei dauert eine Minute. Unsere ausführliche Einordnung: ChatGPT Ads in Deutschland.

2. Pew hat gemessen, wie oft noch geklickt wird

Pew Research hat das Suchverhalten von 900 US-Erwachsenen protokolliert. Erscheint bei Google eine KI-Zusammenfassung, klicken nur noch 8 Prozent auf ein klassisches Suchergebnis, ohne Zusammenfassung sind es 15 Prozent. Auf eine Quelle innerhalb der KI-Antwort klickt 1 Prozent.

Warum das zählt: Die Antwort wird gelesen, nicht geklickt. Wenn Ihr Name in der Antwort steht, haben Sie den Kunden erreicht, ohne dass er Ihre Website besucht hat. Wenn er nicht drinsteht, hilft Platz 1 bei Google immer weniger.

Was Sie tun können: Schauen Sie in Ihrer Search Console, bei welchen Suchanfragen die Klickrate seit Jahresbeginn gefallen ist, obwohl die Position gleich blieb. Das sind die Anfragen, bei denen Google inzwischen selbst antwortet. Genau dort lohnt sich der Blick, ob Sie in der Antwort vorkommen.

3. Perplexity hat seine Anzeigen wieder abgeschafft

Weniger beachtet: Perplexity hat sein Anzeigenprogramm im Februar eingestellt, Google hält die Gemini-App werbefrei, Claude hatte nie Werbung. Von den vier KI-Systemen, die wir in jedem Audit abfragen, lässt sich also nur in einem überhaupt Sichtbarkeit kaufen.

Warum das zählt: Das Argument „dann schalten wir halt Anzeigen“ funktioniert in drei von vier Systemen nicht. Was bleibt, ist die organische Nennung, und die hängt an denselben Dingen in allen vier: klare Entität, zitierfähige Inhalte, verlässliche Quellen.

Ein Prompt zum Ausprobieren

Öffnen Sie ChatGPT, am besten im privaten Fenster, damit kein Gedächtnis mitspielt, und stellen Sie diese Frage, angepasst an Ihre Branche und Region:

Der Prompt

„Ich suche einen Anbieter für [Ihre Leistung] in [Ihre Region]. Welche drei Unternehmen würdest du mir empfehlen und warum? Bitte mit Quellen.“

Achten Sie auf drei Dinge: Werden Sie genannt? An welcher Stelle? Und aus welchen Quellen zitiert die KI, aus Ihrer Website, aus einem Branchenportal, aus Bewertungen? Die Quellen sind der interessanteste Teil. Wer dort steht, wird genannt. Stellen Sie dieselbe Frage anschließend in Perplexity. Die Unterschiede zwischen den Systemen sind meist größer, als man erwartet.

Eine Momentaufnahme ersetzt keine Messung, KI-Antworten schwanken von Tag zu Tag. Aber sie zeigt in zwei Minuten, ob es ein Thema für Sie ist.

Der 20-Minuten-Hebel: Ihre Über-uns-Seite

Wenn wir im Audit sehen, dass eine KI ein Unternehmen falsch beschreibt, falsche Region, falsche Leistungen, veraltete Geschäftsführung, liegt es fast immer an derselben Seite: Über uns. KI-Systeme lesen diese Seite, um zu verstehen, wer Sie sind. Meistens steht dort eine Geschichte, aber keine Fakten.

Prüfen Sie Ihre Über-uns-Seite auf diese fünf Angaben, und zwar als klaren Text, nicht nur im Bild oder im Impressum:

  1. Vollständiger Firmenname mit Rechtsform, genau wie im Handelsregister
  2. Standort mit Stadt und Region, plus das Einzugsgebiet, das Sie bedienen
  3. Was Sie tun, in einem Satz, der mit „Wir“ beginnt und eine konkrete Leistung nennt
  4. Für wen: Branche oder Kundentyp, so wie der Kunde sich selbst nennen würde
  5. Seit wann, wie viele Mitarbeiter, wer die Geschäftsführung ist

Fehlt eine Angabe, ergänzen Sie sie im ersten Absatz. Das ist die Seite, aus der KI Ihre „Entität“ baut. Zwanzig Minuten, kein Entwickler nötig, und in unseren Projekten einer der Hebel mit dem schnellsten sichtbaren Effekt.

Gelesen und für gut befunden

Zum Schluss

Wir werden oft gefragt, ob GEO nicht einfach SEO mit neuem Namen ist. Unsere Antwort nach diesem Monat: SEO sorgt dafür, dass Sie gefunden werden. GEO sorgt dafür, dass Sie empfohlen werden. Das eine braucht das andere, aber es ist nicht dasselbe. Wer das im Oktober 2026 noch bezweifelt, kann oben den Prompt ausprobieren.

Wenn Sie wissen wollen, wie ChatGPT, Claude, Perplexity und Gemini Ihr Unternehmen heute sehen: Im kostenlosen Erstgespräch zeigen wir es Ihnen mit echten Zahlen, nicht mit Stichproben.

Bis November, Henning und Jonas

Quellen

  1. ARD/ZDF-Medienstudie 2026: Vor allem Jüngere nutzen KI-Tools (Horizont)
  2. Studienbericht: Künstliche Intelligenz in der Bevölkerung 2026 (Bitkom Research)
  3. ChatGPT Ads expands across Europe (OpenAI)
  4. About ads in ChatGPT (OpenAI)
  5. Create campaigns for ChatGPT Ads (OpenAI)
  6. Create ads for ChatGPT Ads (OpenAI)
  7. Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results (Pew Research Center)
Henning Hartmann
Henning HartmannCo-Gründer · Beratung und Kundenentwicklung
Jonas Schneider
Jonas SchneiderCo-Gründer · Strategie und Produktentwicklung
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Was sich bei KI-Suche ändert. Kurz, mit Quellen.

  • Was sich bei ChatGPT, Claude, Perplexity, Gemini und Google AI Overviews geändert hat
  • Neue Studien und Zahlen zur KI-Sichtbarkeit, mit Quellen
  • Was das konkret für B2B-Unternehmen bedeutet, in 5 Minuten gelesen
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